Warm. Wärmer. Ohrwärmer. Am ohrwärmsten.
Wenn mehr Leute ihre Lebensgewohnheiten dem Wetter anpassen würden, bräuchten Radfahrer wie ich keine Angst davor haben, von hektischen New-Beetle-Fahrerinnen mangels Schulterblick übergemangelt zu werden.
Warm. Wärmer. Ohrwärmer. Am ohrwärmsten.
Kann ich ja nunmal nix dafür, dass ich gern im Mittelpunkt laufe und luftiges Schuhwerk trage, wenn uns der Kachelmann bestes Saharawetter aus dem Knast geschickt hat. Schließlich wollen die Spreiztreter ja auch mal was vom Sommer mitbekommen und nicht immer nur gutbewollt in trendigen Sportgaloschen schmoren wie der Truthahn in Großmutters Vorweltkriegsofen.
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Die fetten Tage sind vorbei!
Gestern Abend habe ich auf MC Winkels Blog ein exklusives und über alle Maßen vertrauenswürdiges (da unbekannter Herkunft) PDF gefunden, welches das “Sixpack in drei Monaten” verspricht.
Ich glaube ja nun längst nicht jeden Scheiss. Vor allem nix, was mit Gesundheit, Ernährung und Körperformung zu tun hat und aus dem Pickelface-verseuchten Internet stammt, in dem jeder Vollpfosten nervtötende Videos und hirnverbrannte Halbwahrheiten veröffentlichen kann.
Aber wenn mir ein dreiseitiges Dokument dubioser Herkunft sagt, dass ich nach 18 Uhr kein Brot mehr essen und stattdessen Wein trinken soll, dann wäre ich doch bescheuert, wenn ich das nicht machen würde! Und die paar Liegestütze morgens vor dem Aufstehen bekomme ich auch gerade noch hin.
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Hose sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Kaffee ist heiß, so stark, dass nicht nur ein Löffel sondern gleich eine ganze Besteckschublade darin stehen könnte und von überragender, im-Laden-frisch-gemahlener Qualität. Das Wetter verbreitet gute Laune – zumindest wenn man in den Himmel schaut und die 15 Zentimeter Neuschnee am Boden mal großzügig übersieht.
Und trotzdem geht nix. Hirnblockade. Bock auf nix. Nichtmal Bockwurst. Oder Boxen. Oder Bogenschießen. Oder Borreliose.
An manchen Tagen verteufelt man die Symbiose, die man vor vielen Jahren mit dem Hirn eingegangen ist. Sah ja schließlich nach nem erstklassigen Produktbündel aus: Hirn trifft Körper. Einer plant, der andere setzt um. Der eine knallt sich die Hucke voll, der andere torkelt nach Hause.
Aber heute ist so ein Tag, an dem das Team am Boden liegt. K.O. in der zweiten Runde. Der Körper will flitzen, der Kopp will sitzen. Eine Woche Dauerstrom sind wohl auch für ein so überdurchschnittlich stressresistentes und kuscheliges Gehirn wie meins zu viel.
Vielleicht liegt es aber auch an dem Nahtoderlebnis, welches ich gestern auf dem Weg nach Hause hatte: Busfahren bei Wintereinbruch!
Kein Mensch braucht dieses Wasser! Zumindest nicht in Form von Schnee, Eis, salzigem Gehwegbelag, rutschig-körnigem Dreck im Wohnungsflur oder als Bananenersatz im Treppenhaus. Dieses Wasser, das einen an der Ampel hinterrücks aus der Pfütze anspringt, um dann langsam in die Schuhe zu sickern und an der Hose hoch zu krabbeln, mit dem Ziel, die Herrschaft über den Unterleib an sich zu reißen. Eins von all diesen Wassern, mit denen man gewaschen ist. Wasser, das so lange kalt aus der Leitung kommt, bis der verkackte, Erster-Weltkriegs-alte Durchlauferhitzer sich aus dem Ohrensessel bequemt und gemächlich ein Teelicht unter der Wasserleitung entzündet. Genau dieses Wasser, das Berge von vereistem Schnee am Straßenrand auftürmt, so dass man das eigene Auto nur noch mit dem Presslufthammer oder der alten, russischen Nuklearwaffe freibekommt, die man noch im Keller liegen hat.