Beach-Officing

Pedale Aussichten

Lange wehrt sich der Körper gegen die ersten Sonnenstrahlen, energisch versucht das Gewissen, die Heimarbeit am Rechner voran zu treiben – aber am späten Nachmittag siegt dann doch der innere Strandhund und lässt die Reifen Richtung Ostseestrand quietschen wie Minnie Mouse beim Haarschleifen-Werksverkauf.
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Veröffentlicht in Gedöns am 28. Juni 2010 um 20:59 Uhr

Fuß-Geballe

So schaut man nur in Norddeutschland Fußball:

Dekorative Kreuzfahrtschiffe

Während sich Deutsche und Engländer um Tore kloppen, die keine waren, genießt der Wahl-Kieler-Wochler die einmalige Skyline einer Stadt, in der die Parkplatzprobleme des kleinen Mannes Angesichts der Ausmaße eines Panama-Rentnerkreuzfahrtdampfers zur Mücke auf der Windschutzscheibe eines LKW zusammenschrumpfen.
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Veröffentlicht in Gedöns am 27. Juni 2010 um 20:40 Uhr

Outdoor-Officing

Für einen diplomierenden Breitband-Chiller wie mich passen zwei Dinge einfach mal gar nicht zusammen: Sonne und Stubenhocken. Schon als 14-jähriger Kellernerd habe ich versucht, mit dem Rechner auf dem Balkon Outdoor-Feeling und die Leistungsfähigkeit eines Pentium 75 miteinander zu vereinen. Ja, ich weiß seitdem auch: der Aufwand rechtfertigt das Ergebnis nicht.

Was aber tun, wenn die Kalkleiste nach der Sonne schreit, das schlechte Gewissen aber immer noch nicht so weit im Beck’s-See ertrunken ist, dass man die Diplomarbeit einfach beiseite schieben und sich selbst überlassen kann?
Ganz klar: die Arbeit muss unter die harte, norddeutsche Präriesonne verlegt werden.
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Veröffentlicht in Gedöns am 25. Juni 2010 um 15:59 Uhr

Anzüglichkeiten feat. Kurzmusik mit offenen Haaren

Da geht man unbefleckt, endkeusch und mit einer gesunden Portion Bock für ein nettes Konzertchen auf die größte Schifffanmeile nördlich von Ghana und muss entsetzt feststellen, dass der durchschnittliche Festteilnehmer hochgradig versaut und im selben Maße überdurstet wie untervögelt zu sein scheint.

Discountnutten verhökern sich unter dem orangenen Deckmantel eines Softdrinkherstellers


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Veröffentlicht in Gedöns am 23. Juni 2010 um 09:30 Uhr

Hemmungslose Havana-Hüte

Das weltgröße Vollfest Volksfest des norddeutschen Zarenreiches der adligen Flachlandalkoholiker hat die nördlichste, noch erwähnenswürdige Stadt Deutschlands in seinen Bann gezogen:
Die Kieler Woche lockt noch bis zum kommenden Sonntag Süßwassermatrosen, Möchtegernmakrelen und Tiefkühltruhenpiraten an ihre Fressbuden und Saufstände.

Als ausgewiesener Wirtshauswirtschaftsankurbler und passionierter Betrinker Biertrinker lädt der gemeine Pseudo-Student sich natürlich trinkfeste Wochenendgesellschaft ein, um nicht völlig sozialentfremdet der allgemeinen Aufmerksamkeit ob des eigenen Alkoholkonsum ausgesetzt zu sein. Wie bei einer Horde pink gekleideter Schornsteinfeger mit orangenen Bauarbeiterwarnwesten zerstreut sich in der Gruppe das verächtigende Blickwerk der (wenigen) nüchternen Festgäste über multiple Individuen und verletzt zwischenmenschlich korrekt nicht die Gefühle eines Einzelnen.

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Veröffentlicht in Feierei, Gedöns am 22. Juni 2010 um 16:29 Uhr

Dick und durstig

Ich hätte dann gern später auch mal Kinder.

Aber den Big Tasty würden sie nie bekommen. Nach einer solch fachlich kompetenten Restaurantkritik, vor der sogar der Herr Rach ehrfurchtsvoll auf die Knie gehen würde, ist mir dieser Brotfleischklops (der Big Tasty, nicht der Junge) äußerst suspekt geworden.

Dann lieber eine Dauerwurst mit Käse und einer Prise Knoblauchsalz. Und für den Hunger zwischendurch eine alte Socke mit Fettrand vom Vortag.

Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert am 20. Juni 2010 um 22:08 Uhr

Waschmaschinensharing

Als arbeitsloser Student fällt einem so manch sinnloser Krams ein, mit dem man nicht nur den eigenen Tag kurzweilig gestalten sondern auch die Nachbarn in den Tagesablauf interaktiv einbinden kann. Reißzwecken vor dem Fahrradständer verteilen ist so ein Spielchen. Oder das gute alte Kettenfett am Lenkergriff.

Besonders schön ist es auch, die Wäsche anderer Nachbarn aus der Waschmaschine zu nehmen und sie nach Peinlichkeit sortiert auf dem Trockner zu drapieren – beginnend mit dem grauen Feinrippunterhemd und endend mit BHs und Tangas im Retro-Used-Look, wie sie in den Hippie-Pornos der 60er Jahre beliebt waren.
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Veröffentlicht in Gedöns am 16. Juni 2010 um 07:03 Uhr

Physio-Physalis

Manche Menschen werden nie krank und gehen trotzdem zum Arzt. Manche Menschen werden oft krank und gehen nie zum Arzt.
Und manche Menschen sind ständig krank, gehen ab und zu zum Arzt – und wenn, dann zum Falschen oder zu einem, der nur Quatsch sabbelt.

Homöpathisches eincremen verwirrter Nasenhaare mit dreifach linksgeschleudertem Hochlandhumus hilft ganz sicher nicht gegen Verdauungsstörungen, sondern unterstützt meist noch die gesteigerte Sozialuntauglichkeit des Patienten.

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Veröffentlicht in Gedöns am 15. Juni 2010 um 20:13 Uhr

Gehirn-Vegetarier

Die Welt verfault zunehmend. Zumindest, sobald es mit Vollgas Richtung Sommer geht. Ich will da niemandem seine zart aufblühenden Sommergefühle nehmen – aber laut pöbelnd mit Fußbällen friedliche Menschenmassen abzuschiessen ist nun wirklich nicht das, was von einem literarisch interessierten und akademisch qualifizierten Bildungsstand zeugt. Klar, Kultur ist nicht alles. Aber so’n büschn sozial kann man sich nach Außen schon geben, auch wenn man tief im inneren lediglich Gefühle für Sido und tote Hirnzellen pflegt.


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Veröffentlicht in Gedöns am 3. Juni 2010 um 18:45 Uhr

Kampf der Kalkleiste

Serviervorschlag. (Lieferung ohne Kleidung)

Es ist Sommer. Kaum meckert man einmal über das Wetter, schon spielt der Pöbelsohn Petrus einem einen unwitzigen Streich und dreht die Klimaverhältnisse U-Turn-mäßig um 180 Grad. Das ist fast so lustig wie die Kinder, die im Kindergarten beim kollektiv-gegenseitigen Schuhezubinden die zwei Schuhe des Knotpartners zusammengeknotet haben, um diesen dann beim Aufstehen in schallendem Gelächter umfallen zu sehen. Sowas sitzt tief wie ein Ölbohrloch im Golf von Mexico -und lässt sich ähnlich schwer kitten.
Aber heute bekommt der Wettermann gehörig eins auf die Kombüse. Die Kalkleisten-Lichtschwerter sind gewetzt und der Bart wurde seit Tagen mit Brotkrumen und Kaffeeresten zum UV-Schutzfilm herangezüchtet. Mangels Modegeschmack und Verfügbarkeit aktueller Sommerkleidung wird diese klamottöse Schocktherapie mit Sicherheit jede Wolke zurück ins Wohnzimmer von Frau Holle verjagen. Wer heute trotzdem eine sieht: bescheid sagen. Ich regel das. “Mach es zu Deinem Projekt!”

Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert am 2. Juni 2010 um 10:09 Uhr