Archiv für die Kategorie „Kurz notiert“

 

Rausreden

“Mein Konto wurde gepfändet, meine Frau ist schon wieder schwanger und meine Katze erpresst mich mit kompromittierenden Fotos, auf denen ich ein rotes Rührei-Kostüm mit süßem Senf trage.”

Irgendwie muss man sich ja aus der Affäre ziehen, wenn unliebsame Bekanntschaften plötzlich auf wundersame Weise eine Kontaktaufnahme via Telefon starten und man noch dazu geplant hatte, den Nachmittag bei Kaffee und Stuhl in der Sonne zu verbringen.

Pille für den Mann. Wirkt zuverlässig nach 25 Infusionen.

Man ist ja Diplomand diplomatisch. Ein harsches “Ich hab keinen Bock, was mit Dir zu unternehmen!” wird zwar oft bereits im ersten Anlauf mit äusserst geringer Fehlerquote verstanden, führt aber bei friedlebenden Menschen im Nachhinein zu starken Selbstzweifeln und der Erkenntnis, dass man eben doch nur ein mieses, kleines Arschloch ist.

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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 24. April 2010

Hochzeitscrasher

Ich habe in meinem Leben schon vieles gemacht.
Kassierer, Baumarktmitarbeiter, Leergutschubse, Stevenrohrkrabbler, Rettungsschwimmerinnengutachter, Pornodarsteller, Student, Nacktmulch am Strand…aber eins war ich bisher noch nicht:

Trauzeuge.
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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 7. April 2010

Lächerliche Berichtsbestattung

Ein Studium hat in etwa so viel mit beruflicher Praxis zu tun, wie ein Bagger mit einem Hirnchirurgen. Beide stochern im Dunkeln rum – aber niemand würde auf die Idee kommen, sie auszutauschen. Darum gibt es im Studium Praktika. Gute Idee eigentlich. Neben statistischen Auswertungen der Unfallverteilung bei hohen Drehstuhlrotationsgeschwindigkeiten und Extrem-am-Schreibtisch-sitzen lernt man im Studium ja eh viel zu wenig, was wirklich etwas mit dem späteren Beruf zu tun hat.


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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 31. März 2010

Schlaflos in Kielattle

Noch langweiliger als den Papierlocherausleerer im Finanzamt zu spielen ist nur der Job als menschlicher Körper. Nachvollziehbar. Jeden Tag das gleiche Spiel: morgens Aufstehen, abends ins Bett gehen. Aufwachen. Einschlafen. Abwechslung? Fehlanzeige! Wird das Aufwachen einmal aus Jux weggelassen oder schlicht vergessen, folgt umgehend die fristlose Kündigung mit lebenslanger Berufssperre. Karriereende, bevor überhaupt irgendein Pfandbon geklaut werden konnte.


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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 30. März 2010

Geographischer Gebietspatriotismus

Norddeutschland ist ja schon so’n büschn geil.

Balztanz der Fördeschiffe: kecke Küstenwache kokettiert klobigen Kanaldampfer.

Wegen der Fischbrötchen zum Beispiel. Die sind nicht nur formschön, windschnittig und liegen gut in der Hand, sondern eignen sich auch ideal zur bewussten Ernährung für Menschen, die keine Tiere mit Füßen essen wollen.

Oder Seemannsknoten. Nirgendwo sonst in Deutschland wird Seemannsgarn so kunstvoll zu belastbaren Knoten verdreht, um entflohene Bierfässer einzufangen oder Teebeutel im Wasserbad aufzuhängen.

Weltbier. Und Astra.


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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 28. März 2010

19 Mal knackigen Mors, bitte

Während sich die Vereinigung freier Schneemann-Nasen-Möhren-Verkäufer in einer Pressemitteilung für die besten Umsätze des Jahrtausends bedankt und in einen ausgedehnten, mehrjährigen Sommerschlaf auf den Cayman-Islands verabschiedet, bricht in Deutschland derzeit der langersehnte Frühling aus.

Als Signateur der Petition “Kürzere Röcke für Deutschland und erhöhte Fußwege für Frauen!” habe ich mich ehrenvoll einer hochwissenschaftlichen Studie geopfert und eine Po-Zählung der knackigen Hintern dieses natürlich über alle Maßen frauenverachtenden und auf-Äußerlichkeiten-reduzierenden Videos durchgeführt.
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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert, Männercontent | 21. März 2010

Nackte Knie

Studenten, die viele Bücher lesen, studieren entweder Germanistik oder sind Frauen. Wer am Tag hundert Seiten Skript, Sachbuch oder Wikipedia liest, hat im Normalfall abends keine Lust mehr, sich den kulturellen Ergüssen eines guten, papiergewordenen Autorentraumes hinzugeben.

Im Normalfall.

Buchtipp: rotzfrecher Kerl mit Hand an der Nase


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Veröffentlicht in Kurz notiert | 13. März 2010

Advertisement-Adventures

Preis: auf Anfrage

An einem Tag, der von Waschgangfehlplanungen geprägt ist und an dem man in Jogginghose zum Supermarkt gehen muss, weil sich sämtliche tragbaren Jeans in der Wäsche oder einer anderen Stadt befinden, fragt man sich, ob man im Leben wirklich alles richtig gemacht hat. So im Großen und Ganzen gesehen.
Denn wenn man sogar die weißen Kacheln über der Pinkelrinne des hinterletzten Bierstübchens als Werbeflächen vermieten kann, wieso funktioniert das dann bei mir zuhause nicht?
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Veröffentlicht in Feierei, Gedöns, Kurz notiert | 2. März 2010

Melancholie-Küchenparty

Auch ein ausgesprochenes Hart-Ei hat unter seiner Titanschale einen butterweichen Lebkuchenkern. Verrückt. Wozu eigentlich?
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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 28. Februar 2010

Kein Mensch braucht Wasser!

Kein Mensch braucht dieses Wasser! Zumindest nicht in Form von Schnee, Eis, salzigem Gehwegbelag, rutschig-körnigem Dreck im Wohnungsflur oder als Bananenersatz im Treppenhaus. Dieses Wasser, das einen an der Ampel hinterrücks aus der Pfütze anspringt, um dann langsam in die Schuhe zu sickern und an der Hose hoch zu krabbeln, mit dem Ziel, die Herrschaft über den Unterleib an sich zu reißen. Eins von all diesen Wassern, mit denen man gewaschen ist. Wasser, das so lange kalt aus der Leitung kommt, bis der verkackte, Erster-Weltkriegs-alte Durchlauferhitzer sich aus dem Ohrensessel bequemt und gemächlich ein Teelicht unter der Wasserleitung entzündet. Genau dieses Wasser, das Berge von vereistem Schnee am Straßenrand auftürmt, so dass man das eigene Auto nur noch mit dem Presslufthammer oder der alten, russischen Nuklearwaffe freibekommt, die man noch im Keller liegen hat.


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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 22. Februar 2010