1. Juni 2010. Rein Körper-Uhrzeittechnisch müsste heute der Sommer mit Pauken und Trompeten in Deutschland einfallen.
Ist aber nicht so.
12,7 °C. Nicht wirklich warm.
Das erinnert mich an meinen zeitweisen Tourpartner beim Zivildienst. “Zwei Gradus!” sagte Arthur morgens um sechs immer, wenn es im Winter Richtung Fahrzeughalle ging und wir uns gegenseitig die Eier abfroren. Nur meinte Arthur, der deutscheste Russe, den ich je gesehen habe, mit “Zwei Gradus!” die Zahl der Wodkagläser, die er bereits vor der Arbeit geleert hatte…
Wenn das mit dem Wetter so weitergeht und ich nicht bald wie gewohnt Mitte Juni nackt und mit Schlagsahne im Gesicht durch die Innenstadt joggen kann, dann steige ich auch auf Hilfsmittel um. Lichttherapie. Und Cuba-Libre-Therapie. Arbeitslose beschweren sich ja schließlich auch nicht übers Wetter – Schnaps scheint also zu helfen und eine latente Wettergleichgültigkeit zu fördern.