Archiv für die Kategorie „Kurz notiert“

 

Dick und durstig

Ich hätte dann gern später auch mal Kinder.

Aber den Big Tasty würden sie nie bekommen. Nach einer solch fachlich kompetenten Restaurantkritik, vor der sogar der Herr Rach ehrfurchtsvoll auf die Knie gehen würde, ist mir dieser Brotfleischklops (der Big Tasty, nicht der Junge) äußerst suspekt geworden.

Dann lieber eine Dauerwurst mit Käse und einer Prise Knoblauchsalz. Und für den Hunger zwischendurch eine alte Socke mit Fettrand vom Vortag.

Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 20. Juni 2010

Kampf der Kalkleiste

Serviervorschlag. (Lieferung ohne Kleidung)

Es ist Sommer. Kaum meckert man einmal über das Wetter, schon spielt der Pöbelsohn Petrus einem einen unwitzigen Streich und dreht die Klimaverhältnisse U-Turn-mäßig um 180 Grad. Das ist fast so lustig wie die Kinder, die im Kindergarten beim kollektiv-gegenseitigen Schuhezubinden die zwei Schuhe des Knotpartners zusammengeknotet haben, um diesen dann beim Aufstehen in schallendem Gelächter umfallen zu sehen. Sowas sitzt tief wie ein Ölbohrloch im Golf von Mexico -und lässt sich ähnlich schwer kitten.
Aber heute bekommt der Wettermann gehörig eins auf die Kombüse. Die Kalkleisten-Lichtschwerter sind gewetzt und der Bart wurde seit Tagen mit Brotkrumen und Kaffeeresten zum UV-Schutzfilm herangezüchtet. Mangels Modegeschmack und Verfügbarkeit aktueller Sommerkleidung wird diese klamottöse Schocktherapie mit Sicherheit jede Wolke zurück ins Wohnzimmer von Frau Holle verjagen. Wer heute trotzdem eine sieht: bescheid sagen. Ich regel das. “Mach es zu Deinem Projekt!”

Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 2. Juni 2010

Sommeranfang. Nicht.

1. Juni 2010. Rein Körper-Uhrzeittechnisch müsste heute der Sommer mit Pauken und Trompeten in Deutschland einfallen.
Ist aber nicht so.
12,7 °C. Nicht wirklich warm.
Das erinnert mich an meinen zeitweisen Tourpartner beim Zivildienst. “Zwei Gradus!” sagte Arthur morgens um sechs immer, wenn es im Winter Richtung Fahrzeughalle ging und wir uns gegenseitig die Eier abfroren. Nur meinte Arthur, der deutscheste Russe, den ich je gesehen habe, mit “Zwei Gradus!” die Zahl der Wodkagläser, die er bereits vor der Arbeit geleert hatte…

Wenn das mit dem Wetter so weitergeht und ich nicht bald wie gewohnt Mitte Juni nackt und mit Schlagsahne im Gesicht durch die Innenstadt joggen kann, dann steige ich auch auf Hilfsmittel um. Lichttherapie. Und Cuba-Libre-Therapie. Arbeitslose beschweren sich ja schließlich auch nicht übers Wetter – Schnaps scheint also zu helfen und eine latente Wettergleichgültigkeit zu fördern.

Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 1. Juni 2010

Kreative Keramikabteilungseinrichtung

Kreationismus Kreativität ist gefragter denn je. Kreative Köpfe sorgen für eine lockere Arbeitsatmosphäre und frische Ideen, die keinen weiterbringen, aber nett ausschauen. Das bei manchen Kreativkanonen der Kopf aber doch nur dazu da ist, damit es nicht in den Hals regnet, musste ich bei der Entdeckung dieser Objekte feststellen:

Kamasutra-Toilettenpapier


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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 17. Mai 2010

Gummeldays

Auch im Leben eines grenzenlos fröhlichen, von Menschenhass und Arschkrampenverachtung geprägten und mit unfassbaren Vorräten an Lebensenergie gesegneten Menschen kommt einmal das Wochenende, das ihn total niederringt. Ein Wochenende, das auch am Dienstag danach noch immer zu totaler Lethargie und vollkommener Schläfrigkeit führt.

Ein Dienst-Tag, wie er bei Bettentestern als Arbeitstag mit gewerkschaftlich untragbar vielen Überstunden gehandelt werden würde. So ein Tag, an dem die zombiemäßige Supermarkt-Wanderung den einzig vorzeigbaren Tageserfolg darstellt und man sich kaum traut, anderen Zombies zu beichten, was man alles (nicht) geschafft hat.
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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 12. Mai 2010

Fleischwurstzahlung

Südlich des Weißwurschtäquators herrschen ja doch recht gewöhnungsbedürftige Zustände.

Apotheken verweisen oft bereits in ihrem Namen auf unkonventionelle Spezialbehandlungen


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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 11. Mai 2010

Einkaufsparallelitäten ohne Hypotenuse

Das Leben ist wie ein Supermarkt. Zunächst fährt man locker haferflockig durch die süßlich eingerichtete Perfekte-Welt-Frühstücksecke, darauf folgt die schmutzige, von verschrobenen, langsamen Rentnern belagerte, aber dennoch Gesundheit und Jugend ausstrahlende Gemüseabteilung, danach versackt man bei der Fertigpizza und der ranzig-flauschigen Wurst- und Käsetheke, um am Ende im Schnapslager die Kehle von den erlebten Eindrücken freizuspülen.

In erster Linie geht es doch immer nur um rosafarbenen Honig. Erst danach kommen Geld und Sex.


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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 11. Mai 2010

Verlockende Puffs

Als penibler Puffpatron habe ich ja schon viele verrückte Geschäftsmodelle im horizontalen Gewerbe gesehen – vom Swingerclub für bananophobe Affen über die Popomühle mit Mahlsteinen für kranke SM-Spielchen bis hin zum grenznahen Discounter-Puffbettenbunker, in dem nicht nur die Preise sondern auch der IQ der Kunden besonders tief sind.

Wer hingegen auf Sex mit heissen Hochsteckfrisuren steht, sollte es vielleicht mal hier versuchen:

Nackte Locken schamlos durchgestuft


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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 11. Mai 2010

Tomatensaft im Möhrenkostüm

Manchereiner ist ein Sensibelchen. Und heult schon, wenn der Praktikant einen Löffel Kaffeepulver zu viel in die Abteilungsbrühmaschine gekippt hat. Oder wenn die Zwiebeln im Kartoffelsalat aus Griechenland und nicht aus Ägypten stammen.
Ich bin da anders. Ich esse und trinke alles, was mein angeborener Überlebensinstinkt den Gaumen passieren lässt. Egal, wie es aussieht und wo es herkommt. Essen wird nur weggekippt, wenn es verschimmelt ist oder ich im Supermarkt einen ausgestoßenen Gesichtselfmeter mit derselben Ware im Einkaufskorb gesehen habe.
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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 28. April 2010

Chilenische Acappella-Panflöten-Combo

Balanceakt, der sonst nur von russischen Zirkusakrobaten beherrscht wird.

Konfus in der Ecke rumstehen war gestern.
Heute steht man auf, dreht sich im Kreis und rennt panisch Richtung Panty-Küche Pantryküche, weil der Kaffee ja kurz vorm Überlaufen sein müsste – wenn man ihn nicht bereits vor 10 Minuten fertig gebrüht neben sich auf den Schreibtisch gestellt hätte.

Mancher hat eben das Kurzzeitgedächtnis eines sibirischen Steppenwiesels, welches ja dafür bekannt ist, nicht nur seinen eigenen Namen, sondern oft auch seine Beine und Ohren zu vergessen. Doch ein wenig mehr Hirnleistung wäre im normalen Alltag dann doch ganz praktisch. Die Macht der Klebezettel lässt nämlich leider nach, sobald man Wände und Büromöbel bis auf den letzten Quadratzentimeter zugekleistert hat. Da hilft nur eins: digitale Unterstützung. Nur kann so ein Google Calendar auch mal aus allen Nähten platzen. Oder wunderschön ignoriert in seiner eigenen Suppe kochen.
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Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert | 26. April 2010