Lange wehrt sich der Körper gegen die ersten Sonnenstrahlen, energisch versucht das Gewissen, die Heimarbeit am Rechner voran zu treiben – aber am späten Nachmittag siegt dann doch der innere Strandhund und lässt die Reifen Richtung Ostseestrand quietschen wie Minnie Mouse beim Haarschleifen-Werksverkauf.
Zwischen horminisierten Steroidpumpen und blanken Brüsten, die nicht mal Beate Uhse für lau vor die Kamera gelassen hätte, bräunt sich der Allerweltsschönling am offensichtlich geheimtipplich äusserst wertvollen Strand mit direktem Blick auf die schöne Ostseeproletenseglerstadt Laboe.
Ein lauschiges Plätzchen, abseits der fünfzehnten Neuverfilmung von “Krieg der Köter” und jenseits von verbauchten FKK-Nudeln, lädt zum semiproduktiven Arbeiten in der natürlichen Peelingcreme der norddeutschen Tiefebene ein.
Doch die idyllische Strandpartie hat ein jähes Ende, sobald Terroristengruppen mit kleinkindlichen Vokalsoldaten aufmarschieren, deren Geräuschbewaffnung jedes von Vuvuzelas bevölkerte WM-Stadion locker in den Schatten stellt. Vorbildliche Pärchen, die freundlicherweise den nachfolgenden Gästen den Rest ihrer Beachbackwaren liegen lassen, erhöhen die Ungemütlichkeit an einem Fleckchen Erde, das so unberührt wie gleichzeitig auch unbezahlbar (und dabei doch kostenlos) ist.
Macht dann der waldöse Sonnenschutz der eigenen Nase als einzigem Schattenspender am gesamten Badestrand Konkurrenz, so packt auch der letzte Sonnenbrandbeter seine durchgeschwitzten Tücher in den Jutesack voll algophiler Badehosen und sieht ein, dass der Tag zwar rumliegerig beendet ist – der Sommer dafür aber zum Glück gerade erst richtig begonnen hat…
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