Fuß-Geballe

So schaut man nur in Norddeutschland Fußball:

Dekorative Kreuzfahrtschiffe

Während sich Deutsche und Engländer um Tore kloppen, die keine waren, genießt der Wahl-Kieler-Wochler die einmalige Skyline einer Stadt, in der die Parkplatzprobleme des kleinen Mannes Angesichts der Ausmaße eines Panama-Rentnerkreuzfahrtdampfers zur Mücke auf der Windschutzscheibe eines LKW zusammenschrumpfen.

Blöd nur, dass einige hirnverbierte und wachstumshormongepushte Ringel-Polo-Träger ihre hibbelige Fußfertigkeit an den Mitmenschen der hinteren Reihen auslassen und diese an einem einmaligen Fußballerlebnis hindern, indem sie wahlweise die rechte oder die linke Großbildleinwandfläche mit ihrer überdimensionierten H2O-Birne verdecken. Aber der gewiefte Public-Viewer weiß sich ja zu helfen und ignoriert hohle Köpfe einfach durch Einsatz des angeborenen Röntgenblicks, der ihn nicht nur durch fleischgewordene Samenverschwendung, sondern auch durch reine Luft und unsichtbare Hindernisse blicken lässt.

Nach dem Spiel trifft sich der friedliche Norddeutsche dann zum spaßigen Happening auf der verfußballtesten Kreuzung der Stadt, um den Sieg des Traumteams gebührend unter Polizeibewachung zu zelebrieren.

Auf die Kreuzung! Auf die Kreuzung!

Während die Masse trinkt und singt, feiern Einzelne aber doch lieber ihre eigene Party und verkriechen sich in attraktive Hinterhöfe, um dem Alkoholkonsum und seinen Folgen in einsamer Selbstverliebtheit zu frönen…

Überalkoholisierte Liegeposition

Ohne solche Totalausfälle könnte eine Kreuzungsparty gern auch mehrere Tage gehen. Doch wenn diverse Affenkinder dann ihre halbleeren Bierflaschen an fremden Häusern kaputtwerfen, kocht auch das gewohnt Rollmops-kühle, norddeutsche Gemüt mal etwas hoch. Zumindest so hoch, dass es sich schwört, niemals nach einem Fußballspiel so zu enden…

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Veröffentlicht in Gedöns am 27. Juni 2010 um 20:40 Uhr

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