Da geht man unbefleckt, endkeusch und mit einer gesunden Portion Bock für ein nettes Konzertchen auf die größte Schifffanmeile nördlich von Ghana und muss entsetzt feststellen, dass der durchschnittliche Festteilnehmer hochgradig versaut und im selben Maße überdurstet wie untervögelt zu sein scheint.
Das muss nun per se nicht unbedingt verkehrt sein, schließlich sind wir alle nur Menschen und leben dafür, irgendwann im Laufe eines mehr oder weniger erfolgreichen Lebens ab und zu ein paar granatengleich abgeworfene Ejakulate in teilbare Zellklumpen zu verwandeln.
Aber sich bei leicht kühlem Seewetter leicht kühl bekleidet die frische Brise der schönsten Kieler Förde der Welt um den Boppes wehen zu lassen muss doch nun wirklich nicht sein. Aus rein gesundheitlichen Gründen ist dringend davon abzuraten, das nachzumachen! Schließlich führen faltige aerodynamisch unteroptimierte Strumpfhosen meist noch am selben Abend zu lästerartigen Auswürfen des umgebenden Gaffvolkes.
Unfair auch, dass der geneigte Konzertbesucher dabei unverschämterweise vor einen schier unlösbaren Gesichtsfeldkonfickt Gesichtsfeldkonflikt gestellt wird. Auch wenn die Performance des abendlichen Weltacts aufgrund der pythagoresken Distanz zur Bühne eher an das vollgekokste Rumgehüpfe einer Ameisenkolonie beim Junggesellinnenabschied der Königin erinnert, so gebietet es doch der altruistische Anstand, die Band zumindest einiger weniger, hochachtungsvoller Blicke zu würdigen.
Schade, dass die Länge des Konzerts gefühlt mit der Standfestigkeit eines verpickelten 15-jährigen Rotschopfs bei der Sichtung seines ersten Pornos vergleichbar war.
Aber auch an einer ewig jungen Nich-HipHop-Band nagt der Zahn der Zeit wohl wie die Adipositas an der Bevölkerung der westlichen Welt. Oder der Veranstalter hatte einfach keine Lust, seine Gäste gutmütterlich zu bespaßen…
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