Auch im Leben eines grenzenlos fröhlichen, von Menschenhass und Arschkrampenverachtung geprägten und mit unfassbaren Vorräten an Lebensenergie gesegneten Menschen kommt einmal das Wochenende, das ihn total niederringt. Ein Wochenende, das auch am Dienstag danach noch immer zu totaler Lethargie und vollkommener Schläfrigkeit führt.
Ein Dienst-Tag, wie er bei Bettentestern als Arbeitstag mit gewerkschaftlich untragbar vielen Überstunden gehandelt werden würde. So ein Tag, an dem die zombiemäßige Supermarkt-Wanderung den einzig vorzeigbaren Tageserfolg darstellt und man sich kaum traut, anderen Zombies zu beichten, was man alles (nicht) geschafft hat.
Immerhin ist es in Kiels schönstem Studentenviertel nichts besonderes, mit geschlossenen Augen, Jogginghose, zerzausten Haaren und mieser Laune im Rossmann nach Zahnbürsten, Zahnpasta und Kondomen zu suchen, um diese anschließend an der Kasse zusammen mit dem Wechselgeld an der Einkaufstasche vorbei auf den Boden zu werfen. Da kann man auch mal mit ner Familienladung Energydrinks und einer Flasche Scotch an der Supermarktkasse rumhampeln und dem endlos sinnlos brabbelnden Mädchengrüppchen hinter sich einen bärtigen, verwaschenen, miesgrämigen Blick zuwerfen, um den holden Kichererbsen zu verklickern, dass andere Menschen lieber ihre Ruhe haben wollen – und nicht unbedingt daran interessiert sind, dass Sandra mit Peter am Abend noch zum Pferd geht.
Zum Glück setzt ein sozialitätsmaximierendes Feierabendbier mit Bierbesuch dann doch noch einen gesellschaftlichen Farbklecks in den trist-grauen Gammeltag und lässt ihn retrospektiv erfolgreicher erscheinen, als er objektiv betrachtet eigentlich war…
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