Chilenische Acappella-Panflöten-Combo

Balanceakt, der sonst nur von russischen Zirkusakrobaten beherrscht wird.

Konfus in der Ecke rumstehen war gestern.
Heute steht man auf, dreht sich im Kreis und rennt panisch Richtung Panty-Küche Pantryküche, weil der Kaffee ja kurz vorm Überlaufen sein müsste – wenn man ihn nicht bereits vor 10 Minuten fertig gebrüht neben sich auf den Schreibtisch gestellt hätte.

Mancher hat eben das Kurzzeitgedächtnis eines sibirischen Steppenwiesels, welches ja dafür bekannt ist, nicht nur seinen eigenen Namen, sondern oft auch seine Beine und Ohren zu vergessen. Doch ein wenig mehr Hirnleistung wäre im normalen Alltag dann doch ganz praktisch. Die Macht der Klebezettel lässt nämlich leider nach, sobald man Wände und Büromöbel bis auf den letzten Quadratzentimeter zugekleistert hat. Da hilft nur eins: digitale Unterstützung. Nur kann so ein Google Calendar auch mal aus allen Nähten platzen. Oder wunderschön ignoriert in seiner eigenen Suppe kochen.
Tipp: einen freien Tag kann man sich ganz leicht verschaffen, indem man einfach mal morgens nicht in den elektronischen Sklaventreiber schaut. Das wirkt Wunder. Arbeitnehmer berichten sogar, dass sie nach mehreren solcher Entspannungs-Aktionen überhaupt keine neuen Termine mehr in ihren Kalender aufnehmen mussten und stattdessen jeden Tag frei hatten. Wer aber nicht wie diese Türklinken-Abwischer arbeitslos auf der Straße landen will, sollte doch lieber ab und zu ins saure Brot beißen und sich den krakenartigen Fängen der verplanten Arbeitswelt hingeben. So ein neuer Tag kann ja auch Gutes mit sich bringen.

Sicher nichts Gutes hingegen bringen Tage, die mit einer halben Fußgängerzone im Badezimmer beginnen und auch nach dem ersten Kaffee nicht den Eindruck erwecken, sich vom hässlichen Gollum zur wunderhübschen Sylvie wandeln zu wollen. Diese Tage gehören einfach noch vor dem Aufstehen mit der Bettdecke im Keim erstickt. Da hilft es dann auch nix, wenn die aus dem Elternhaus re-importierte IKEA-Grünpflanze sich über Nacht entschlossen hat, in ihre wohlverdiente Midlife Crisis zu rutschen und verzweifelt versucht, mit hellgrünen und braunen Blättern Grünpflanzen-Weibchen anzulocken.

Wenn dann nach dem Essen der Hausmeister auch noch den tiefsten Mittagsschlaf stört und ankündigt, am nächsten Tag doch bitte die halbe Wohnung auseinanderkloppen zu dürfen, dann, ja dann fängt man langsam an daran zu zweifeln, dass es damals wirklich so eine gute Idee war, den lukrativen Job als Kassierer im Baumarkt an den Nagel gehängt zu haben…

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1 Kommentar
Veröffentlicht in Gedöns, Kurz notiert am 26. April 2010 um 14:47 Uhr

Tweets über diesen Post

  1. Till Klages sagt:

    Grünpflanzen in Midlife Crisis und mehr: Chilenische Acappella-Panflöten-Combo http://norddeuts.ch/26 #blog

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