“Mein Konto wurde gepfändet, meine Frau ist schon wieder schwanger und meine Katze erpresst mich mit kompromittierenden Fotos, auf denen ich ein rotes Rührei-Kostüm mit süßem Senf trage.”
Irgendwie muss man sich ja aus der Affäre ziehen, wenn unliebsame Bekanntschaften plötzlich auf wundersame Weise eine Kontaktaufnahme via Telefon starten und man noch dazu geplant hatte, den Nachmittag bei Kaffee und Stuhl in der Sonne zu verbringen.
Man ist ja Diplomand diplomatisch. Ein harsches “Ich hab keinen Bock, was mit Dir zu unternehmen!” wird zwar oft bereits im ersten Anlauf mit äusserst geringer Fehlerquote verstanden, führt aber bei friedlebenden Menschen im Nachhinein zu starken Selbstzweifeln und der Erkenntnis, dass man eben doch nur ein mieses, kleines Arschloch ist.
Eigentlich gar nicht schlimm. Die guten Menschen kommen eh alle in den Himmel. Und mit solchen Premium-Schlaffhirnen will ja nun wirklich keiner sein ganzes Nachleben lang auf einer Wolke hocken. Dann schon lieber die drallen Hobbyhuren in der Hölle vernaschen, bevor sie als gebrutzelte Silikon-Teigtaschen auf dem Buffet der Fegefeuer-Touristen landen.
Im Himmel werden sowieso nur saure Regenwolken gelutscht, während in der Hölle wilde Parties mit brennenden Cocktails gefeiert werden.
Die Rufnummernübermittlung ist da nur eine weitere Ausgeburt der biologischen Selektion. Menschen, die mit unterdrückter Nummer anrufen, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit keine potentiellen Partner – schließlich sind sie entweder zurückgeblieben und besitzen noch ein Telefon mit Wählscheibe, oder sie sitzen in einem Callcenter und haben durch die dort herrschende, elektromagnetische Strahlung schon seit langem keine einwandfrei funktionierenden Geschlechtsorgane mehr.
Da lobe ich mir die eMail. Die braucht man nicht mal wegzudrücken. Finnische Forschungen haben ergeben, dass ungeeignete Sexualpartner in aller Regel nicht fähig sind, eine eMail-Adresse korrekt einzutippen – sie eignen sich dafür aber hervorragend für pharmazeutische Tests im Frühstadium der Medikamentenentwicklung.
Und sollten diese unterbehirnten Testobjekte es dann doch mal geschafft haben, die Buchstaben auf ihrer Tastatur in der richtigen Reihenfolge kaputtgeprügelt zu haben, verschwinden ja manche Nachrichten auch gern mal ganz von allein spurlos von der Bildfläche…
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