In Bayern läuft alles ein wenig anders. Würste werden nicht gegrillt, sondern gekocht. Sie sind weiß und nicht schwarz. Sie schmecken bescheiden und nicht lecker. Die Sprache ist unverständlich und nicht cool. Die Provinzhauptstadt des Landes heißt München und nicht Uelzen, Rotenburg oder Husum.
Gewöhnungsbedürftige Umstände für eine Gruppe von Menschen, die bisher dachte, dass Flüsse bergab Richtung Australien fließen, um dort von einem Vulkan zu Wolken verdampft zu werden, welche dann dank einer Abkürzung durchs Weltall wieder über die Nordsee gelangen, um abzuregnen und so täglich die Flut zu verursachen.
Wundersam ebenso, dass die Autos im Süden auf der rechten Straßenseite fahren, aber die Menschen rückwärts zu sprechen scheinen, während sie bereits morgens um zehn massenhaft vergorenes und trübes Bier in sich reinkippen.
Da erstaunt es nicht, dass auch die Brandschutzvorschriften im Freistaat andere zu sein scheinen. Während Norddeutsche stets bemüht sind, ein Feuer nur auf den Räucherofen und das Haus des unliebsamen Nachbarn zu begrenzen, damit das eigene Reetdach nicht durch einen Funken entflammt wird, scheinen die süddeutschen Einwohner ausgefeilte Versicherungskonzepte entwickelt zu haben, die es ermöglichen, ein Haus gewinnbringend abbrennen zu lassen.
Vor allem Hotels verzichten deshalb nahezu komplett auf Feuermelder und ersetzen diese durch funktionslose Dummies.
Einzig unsere niederländischen Freunde werden gnadenlos (und zu Recht) in den Tod geschickt: “Buiten Gebruik” heisst ja wohl eindeutig “Bitte Gebrauchen”. Natürlich aus reiner Menschenliebe. Bei einem Niederländer im Hotel kann man ja nun auch wirklich nicht von artgerechter Haltung sprechen.
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