Norddeutschland ist ja schon so’n büschn geil.
Wegen der Fischbrötchen zum Beispiel. Die sind nicht nur formschön, windschnittig und liegen gut in der Hand, sondern eignen sich auch ideal zur bewussten Ernährung für Menschen, die keine Tiere mit Füßen essen wollen.
Oder Seemannsknoten. Nirgendwo sonst in Deutschland wird Seemannsgarn so kunstvoll zu belastbaren Knoten verdreht, um entflohene Bierfässer einzufangen oder Teebeutel im Wasserbad aufzuhängen.
Oder das Pils. Einige der besten Biere der Welt wurden in Norddeutschland geboren, großgezogen und nach ihrem fluchtartigen Export auf die Fahndungsliste der anonymen Alkoholiker gesetzt.
Aber ganz weit oben auf der “was ich am nördlichen Backfischhoheitsgebiet so liebe”-Liste: Wasser. Mit Schiffen drin.
Was gibt es besseres, als sich an einem sonnigen Frühlingstag an’s Wasser zu legen und dicke Pötte anzuschauen? Und das bei 5 Minuten Anfahrtsweg.
Klar. Auch hier oben läuft reichlich wandelnder Genmüll herum. Aber der atmet einem inzwischen doch überall den Sauerstoff weg. Hier hat man zumindest noch das Glück, dass einen nicht jedes Kompaktgehirn ansabbelt und meint, freundlich zu einem sein zu müssen. Der Norddeutsche ist kühl und lebt den Brummseebär-Style. Wer damit nicht klarkommt, soll halt nach Köln ziehen. Da bekommt man schon am Flughafen die Hand an den Hintern. Auch nicht unbedingt schöner.
Wenn wir hier was taufen, dann sind das Schiffe. Und wer schon bei Mimosenregen rumheult, bekommt eins mit dem Paddel. Denn Weicheier gibt’s hier höchstens sonntagmorgens auf dem Frühstückstisch.
Chinesisch essen wir mit Gräten statt mit Stäbchen. Und Kreuzfahrten machen wir auf Krabbenkuttern – aber nur, wenn ein zünftiges “All you can pul” mit auf dem Programm steht.
Es ist einfach viel sympathischer, von Möwen und Nebelhörnen geweckt zu werden, als einem krächzenden Hahn die Vogelgrippe an den Hals wünschen zu müssen.
Statt Semmeln oder Schrippen gibt’s bei uns einfach nur Brötchen. Versteht jeder – auch der Bayer. Wenn er denn mal Hochdeutsch spricht.
Und da wird uns vorgeworfen, wir wären hier, auf dem schönsten Landstrich der Erde, weder weltoffen noch regiokulturell abwärtskompatibel…
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