Die fetten Tage sind vorbei!
Gestern Abend habe ich auf MC Winkels Blog ein exklusives und über alle Maßen vertrauenswürdiges (da unbekannter Herkunft) PDF gefunden, welches das “Sixpack in drei Monaten” verspricht.
Ich glaube ja nun längst nicht jeden Scheiss. Vor allem nix, was mit Gesundheit, Ernährung und Körperformung zu tun hat und aus dem Pickelface-verseuchten Internet stammt, in dem jeder Vollpfosten nervtötende Videos und hirnverbrannte Halbwahrheiten veröffentlichen kann.
Aber wenn mir ein dreiseitiges Dokument dubioser Herkunft sagt, dass ich nach 18 Uhr kein Brot mehr essen und stattdessen Wein trinken soll, dann wäre ich doch bescheuert, wenn ich das nicht machen würde! Und die paar Liegestütze morgens vor dem Aufstehen bekomme ich auch gerade noch hin.
In den Affentempel der Uni renne ich ja eh schon alle zwei Tage. Natürlich ausschließlich, um als Kraftsportler getarnt das Sozialverhalten talentierter Schimpansen in homogenitalen Kleingruppen zu studieren.
Ab morgen kommen dann auch endlich wieder die Laufschuhe mit dazu. Sofern das Wetter so bleibt. Oder sich ändert.
Bleibt also noch die Ernährung – und das ist der Knackpunkt. Ich esse gerne – und dann viel. Und schlecht. Und zu Zeiten, zu denen kein Magen-Darm-Trakt den Abraum ökologisch vertretbar abbauen kann. Das muss sich ändern!
Heisst: ab 18 Uhr öfters mal nen Apfel statt nem Laib Toastbrot. Ein Ei statt einer Badewanne voll Müsli. Und lieber eine Flasche Wein oder Wasser statt dem
abendlichen Fässchen Bier im champagnergefüllten Jacuzzi. Wein fördert dabei nicht nur das dekadente Lebensgefühl, sondern reizt obendrein bis dato ungenutzte Geschmacksrezeptoren. Experten nennen das auch “die Fremde”.
Als besondere Fettkiller empfiehlt das ominöse Paper eine Asthmacreme sowie massierende Massagerollen. Die bewährte, in Speck eingewickelte Voodoo-Puppe scheint dabei dem Verfasser noch nicht bekannt zu sein. Ebensowenig der Trick mit den Ziegelsteinen auf der Waage, die -richtig angewendet- binnen zwei Tagen mehrere Kilo Gewichtsreduktion ermöglichen.
Ich denke nicht, dass ich die Dsiziplin haben werde, all die Tipps und Tricks dieses Ärzteblättchens beinhart durchzuhalten – aber eins hat das Wunder-PDF jetzt schon geschafft: mein Fahrrad zu reparieren.
Völlig übermotiviert wie ein Teenager mit den ersten Haaren am Sack und von der Frühlingssonne angefixt kam es heute Vormittag zu einer ungewollten Fahrradreparatur im Keller. Immerhin ist das Kind gesund, wohlauf und inzwischen wieder artgerecht im Innenhof festgekettet. Trotzdem empfiehlt sich bei einem Akt dieser Art zukünftig immer die Verwendung von Einweg-Kondomen (von Mehrweg-Kondomen wird abgeraten, da diese nach wie vor aus Glas statt Kunststoff hergestellt werden. Das ist nicht nur gefährlich, sondern noch dazu wenig gefühlsecht). Höchstwahrscheinlich kommt es dann auch nicht mehr zu temporären Dysfunktionen des Reparaturopfers. Eine Gangschaltung, die im zweiten Gang den ersten einlegt, im ersten irgendwas zwischen eins und zwei auf die Kette bringt und im dritten Gang den neuen Zwischengas-Turbo “Gang 2,5″ zu etablieren versucht, ist nicht jedermanns Sache. Und meine schon gar nicht.
Da kommt es gerade recht, dass sich der ADAC derzeit offenbar neu orientiert. Neben einer umfangreichen Singlebörse für 18- bis 88-jährige kommen geheimen Quellen zufolge erweiterte Schutzbriefe für Fahrradfahrer hinzu.
Stellt sich die Frage, ob man solche gelben Engel als ADAC-Plus-Mitglied dann auch mal selbst abschleppen darf.
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