Es ist Wochenende. Woran man das erkennt? Im Fernsehen kam gerade Werbung für irgendein Lied von “Giovanni feat. Ross Antony”. Um kurz nach fünf. Das ist in etwa so anspruchsvoll und mehrwertig wie “Sauna-Aufguss mit alten Fischköpfen feat. eine Rose in den Hals schieben”. Für sowas wirbt man normalerweise nur vormittags – der Kauf solch pädagogisch wertvoller CDs wird schließlich nur vom Arbeitsamt subventioniert. Um der Vereinsamung der eingekerkerten Sofabiertrinker zuvor zu kommen.
Also muss Wochenende sein. Die Zeit, zu der der gemeine Pöbel ausnahmsweise auch nachmittags noch wach ist und sich die Hucke vollsäuft, da abends ja endlich mal mit mehr als nur drei verlausten Freunden feiern gegangen werden kann.
Der ehrenvolle, ehrliche, geehelichte Arbeitnehmer verbringt das Wochenende da natürlich eleganter als die Turbo-Primitivlinge von der Couch. Mit Wein statt Bier. Und der Kopie eines kubanischen Sonnenuntergangs an der Wand, statt einem Hulk Hogan-Poster von 1982.
Den Wein hab ich schon mal. Den Kunstdruck muss ich dann morgen noch bei Ikea besorgen…
