Boahh, das muss ich mir ja noch kurz von den geschwollenen Mandeln schreiben:
Der gemeine Berufspendler sortiert sich ja für gewöhnlich in eines von zwei Lagern ein. Entweder, er quatscht morgens in der Bahn alles dicht, was sich bewegt und in irgendeiner Art und Weise eine Reaktion zeigt (das sind dann meist gleichzeitig Mitglieder der Gruppe der betrunkenen Berufs-Pendler) – oder er ist einfach nur ruhig und froh, mit niemandem ein Wort wechseln zu müssen und sitzt still auf seinem Platz (das ist zum Glück die weit überwiegende Mehrheit, zu der ich mich ebenfalls zähle. Tiefgreifende Gespräche vor Dienstbeginn gehen einfach mal gar nicht).
Morgens sind die Fronten also noch klar verteilt. Mit ein wenig Übung erkennt man bereits beim Eintritt in das öffentliche Verkehrsmittel, in welchem Bereich sich welche Pendlergruppe eingenistet hat. So kann man sich zumindest aussuchen, wie man seinen Arbeitsweg verbringt.
Doch Nachmittags sieht das anders aus. Da erwacht nämlich auch der Rest der Menschheit – und plötzlich findet man sich zwischen viel mehr und ganz anderen Personengruppen wieder. Da sind zum Beispiel die völlig überforderten Hausfrauen mit Kinderwagen und kreischendem Kleinkind. Oder die alten Leute mit Gehstock und ohne Orientierung. Oder die Geschäftsmänner, die lieber ihren Koffer auf den Sitz neben sich stellen, als ihn einer alten Dame anzubieten.
Oder die Party-Schlampen, die aussehen, als hätten sie nachts mit ihrem Kopf in einer Backform geschlafen, die ihnen nicht nur eine zauberhaft glatte Haut bereitet, sondern gleichzeitig noch dafür sorgt, dass ihre überzogenen Schmink-Massen tagsüber nicht aus dem Gesichtsfeld rutschen. Die Frauen, deren Nase so hoch steht, dass sie sogar mir damit den Kopf absaugen könnten.
Die Frauen, die ihr Maul nicht aufbekommen. Denn genau so eine hatte ich heute auf dem Weg nach Hause vor mir. Der Bus war voll, ich hatte keinen Bock auf niemanden und hielt mich an der Stange fest, an der sie bereits zuvor ihr zartes Luxus-Händchen platziert hatte.
Irgendwie war mir von Anfang an suspekt, dass mir das Mädel immer näher kam. Solche Frauen ziehe ich nämlich normalerweise (zum Glück) überhaupt nicht an. Irgendwann wurde es mir dann zu blöd und ich wechselte in den freien Raum, den sie hinterlassen hatte – und da wurde klar: die Frau wollte einfach nur aussteigen. Und das bereits seit zwei Haltestellen. Aber warum frage ich euch, hat sie mir das nicht einfach gesagt? Oder mich entschlossen beiseite geschoben?
Warum bekommen solche Leute, die nach außen wirken, als ob sie sich wie der König der Welt fühlen, bei so banalen Dingen einfach das Maul nicht auf? Sind die sich zu gut dafür, mit einem normalen Straßenköter wie mir zu reden? Oder bin ich bei Dunkelheit einfach so unfassbar angsteinflößend, dass sich nach 15 Uhr überhaupt niemand mehr traut, mich anzusprechen? (Das glaube ich übrigens weniger, da ich erwiesenermaßen bereits nach 15 Uhr angesprochen wurde)
Ich bin auf jeden Fall schwer gestört. Arrogante Tussis sind mir ja nix neues – aber zu arrogant, um sich den Weg aus dem Bus zu erfragen? Oder zumindest rumzupöbeln? Und stattdessen lieber ein paar Haltestellen weiter fahren als gewollt?
Also das ist einfach nur dämlich…
Und: ja, das bestätigt selbstverständlich das Bild, dass ich bisher eh schon von solchen Leuten hatte… Klarer Fall von “IQ < Oberweite”.
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Tags: arrogant, bahn, bus, haltestelle, hirngold, hochnäsig, iq, klappe, maul, menschen, nase, oberweite, pendler, platz machen, ruhig, tussi
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