Schniepelwatching am Fischnetz-Strand. Feat. the famous Eierteiler.

Immer wieder Sonntags werde ich ja gerne mal krank. So auch diesen Sonntag. Tags zuvor noch quickfidel beim Fitness gewesen und die Gewichte wie ein Weltmeister Richtung Mond gewuchtet, lag ich einen Tag später wie gelähmt mit einseitigen Ohrenschmerzen und nem Gnubbel im Hals flach. Ohne irgendeinen triftigen Grund. Ich glaube ja, das ich mir das bei meinem Weihnachtsmarkt-Tächtelmächtel eingefangen habe. Ab sofort nur noch mit Mundschutz! So langsam kann man also lieber gleich nen Erste-Hilfe-Koffer mitnehmen, wenn man feiern geht…

Heute bin ich dann mal zugunsten einer Aspirin-Kur zuhause geblieben. Die Produktivität einer Sommerkartoffel im Winterschlaf braucht auf der Arbeit nämlich niemand.
Trotzdem begann der Tag heute wie gewohnt um kurz nach sechs. Man will’s ja zumindest versucht haben. Versuche sind ja auch dazu da, zu scheitern. Also fix ne Mail an den Chef und wieder ab in die Koje. Positiver Nebeneffekt: Für den morgendlichen Dreikampf um’s Badezimmer hatte ich ne Wildcard. Meine Startposition konnte ich frei in den Vormittag verlegen, ohne dadurch einen Nachteil zu haben.

Irgendwann gegen 10 Uhr kam in mir dann aber doch das Hartz IV-Gefühl hoch: ungeduscht und nach vier Tagen ohne Rasur bärtig wie ein mazedonischer Höhlenmensch verlangte mein Körper nach einer Buddel voll Rum. Dumm nur, wenn die Krankheit keinen Frühstücks-Rum zulässt. Also erstmal den Pennerlook hinter sich lassen und das Bad mit schillernder Anwesenheit beglücken. Doch nicht nur das Bad.
Denn seit geraumer Zeit wird ja am Haus gegenüber gebaut. Das sieht in etwa so aus:

Wunderschöner Blick über die Hannoveraner Südstadt

Wunderschöner Blick über die Hannoveraner Südstadt

Das ist mir bisher morgens immer ziemlich egal gewesen, da um halb sieben in der Früh da noch niemand rumwuselt. Aber (ihr ahnt es schon) heute war das natürlich anders. Nun muss man nicht nur wissen, dass das einzige Badezimmerfenster genau zu diesem Gerüst zeigt, sondern auch, dass unser Badezimmer ziemlich klein ist. Nach einer ausgiebigen Dusche muss man erstmal kräftig lüften, um die Hand vor Augen wieder sehen zu können. Dingdingding – Jackpot! Vollkommen ohne Hintergedanken präsentierte ich den dicken, langsamen, polnischen Hilfsarbeitern Kalksteinkünstlern meinen Schniepel. Blöd, dass sie genau in dem Moment auch zu mir rüber schauten. Schockzustand. Gefühle 5 Stunden später kam ich dann mal auf die Idee, mich wegzudrehen. Peinlich, peinlich. Und wieder mal ein guter Anlass, auch Frauen für Männerberufe zu animieren. Wir brauchen deutlich mehr Bauarbeiterinnen auf deutschen Baugerüsten!
Kurze Zeit später löste sich die angespannte Situation dann zum Glück, als mir einer der netten Ziegelzusammenkleber das internationale Zeichen der Anerkennung zeigte: thumbs_up
Ich muss aus der unfassbaren Entfernung recht klein und kindlich rübergekommen sein. Ausserdem war es arschkalt und neblig.

Apropos arschkalt: Weihnachten steht vor der Tür, also wird es Zeit für die Bademoden der kommenden Saison! Ein Freund machte mich netterweise auf einen Onlineshop aufmerksam, der die “Must haves” des nächsten Jahres ausgiebig mit Fotos und Video illustriert. Ganz offensichtlich geht der Trend weg vom konservativen Arsch-frei-Tanga, hin zum dekorativen Bikini-Bändchen, das nunmehr nur noch die Aufgabe hat, sich selbst zu tragen. Der “Fishnet Bikini” gibt jeder Frau die Chance, sich in meine Lage von heute morgen zu versetzen. Und das bei jedem Strandgang. Immer wieder.
Dieser Link ist für Zuleser unter 18 Jahren nicht geeignet!
Fishnet Bikini

Auch die Männer sollen bei diesem Trend natürlich nicht zu kurz kommen und dürfen sich über den dekorativen Eierteiler in anatomischer Form freuen (vielleicht hatte der nette Daumen-hoch-Bauarbeiter von heute morgen ja auch so ein Ding an und war deshalb so gut drauf).

Außer am FKK-Strand und in zweitklassigen Pornofilmen wird man solche Strandbekleidung aber wohl nie sehen – oder würdet ihr sowas tragen? Also da bin ich ja eher etwas altbacken und bleibe beim schnöden Bikini. Für die Frau. Nicht für mich.
Falls sich aber jemand von euch doch dem Trend hingibt und sich so ein Teil bestellt, würde ich mich über einen kurzen Kommentar lustig machen freuen :)

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Veröffentlicht in Gedöns am 8. Dezember 2009 um 16:30 Uhr

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