Ich bin ja begeistert von Hannover. Hab ich schonmal gesagt. Einfach schon deshalb, weil die Straßenbahnen hier manchmal unter der Erde fahren und deshalb U-Bahnen heißen (was’n Quatsch!). Und, weil es einfach viel mehr Menschen als in Kiel gibt. Und man darum viel mehr zu gucken hat.
Jeden Morgen dasselbe Spiel: Einsteigen, Umsteigen, Aussteigen. Endstation: Gesindelallee. Jeden Morgen stehen da die gleichen Checker-Jungs mit der selben schlechten Musik aus ihren schlechten Handy-Lautsprechern. Warum? Wozu? Wer außer denen will diesen Mist hören? Ich auf jeden Fall nicht! Und die, die zusammen mit mir dort aussteigen, ganz sicher auch nicht. Da wäre zum Beispiel der 2 Meter große, Mantel-bekleidete Herr mit ledernem Aktenkoffer. Der hört entweder Klassik oder Folklore. Vielleicht nach zwei Glas Wein auch mal Heavy Metal. Aber bestimmt nicht so nen schlechten HipHop-Quatsch. Oder die blonde, adrett gekleidete Blondine mit Bibliothekarinnen-Brille. Die hört bestimmt garkeine Musik. Wie auch. Ist in der Bücherei ja auch verboten.
Ich überlege schon seit Wochen, was ich diesen Nervensägen entgegensetzen könnte. Bin bei Jürgen Drews’ Mittelalter-Epos “Der König von Mallorca” hängen geblieben. Werde mir das demnächst mal besorgen und volle Möhre aufreißen, wenn ich morgens zur Arbeit fahre. Hannoveraner Checker-Kids, seid gewarnt. Der Papa ist unterwegs und nimmt keine Gefangenen..
