Heute ist Samstag. Ich weiß. Aber es fühlt sich an wie Sonntag. Irgendwie. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich das erste mal seit Wochen Samstags nicht in Bremen aufwache, sondern in Hannover. Dieses Wochenende mache ich nämlich mal nen ruhigen. No Party. No Alcohol. No Girls. Warum? Weil ich auch mal Wochenende haben will. Ausruhen. Bis zehn im Bett liegen. Kaffee im Bett trinken. Schluffi-Look so lang ich will.
Dumm nur, wenn die Kommunikation zwischen Hirn und Körper nicht einwandfrei klappt: Da wohnen die zwei schon im selben Haus und laufen täglich im Treppenhaus aneinander vorbei..und dann werden so wichtige Tagesordnungspunkte wie “ausschlafen” und “spät aufwachen” nicht kommuniziert. Ich war um halb sieben wach. Tolle Wurst! So stell ich mir nen ruhigen Samstag vor.
Immerhin bin ich nicht der einzige, der so früh am Leben teilnimmt. Meine zwei Fenster hier gehen zum Innenhof raus. Wie in Kiel. Das fühlt sich heimisch an. Was würde ich nur tun, wenn ich morgens nicht anderen Leuten das Frühstück vom Tisch glotzen könnte oder dicke Kerle im Unterhemd vor dem Fernseher Bier trinken sehen dürfte.
Heute hat der Innenhof aber etwas ganz besonderes zu bieten: Gerüstbauern.
Gegenüber von meinem Fenster wird nämlich ein Gerüst gebaut. Ich bin mir ganz sicher, dass das nur einen einzigen Grund haben kann: Die wollen mir hier reinspannern. Und das gratis. Aber nicht mit mir, Kollegen! Ich habe vorgesorgt – und die Jalousien einfach garnicht erst aufgemacht. Ha.
Überhaupt sind Gerüstbauer ja so ein Völkchen für sich.. ich möchte damit niemandem auf die Latzhose treten, aber im Zivildienst hat ein Kollege mal gesagt (frei zitiert):
Gerüstbauer ist doch auch ein unbefriedigender Beruf. Du baust tagelang was auf, nur, damit es ein paar Wochen später wieder eingerissen wird.
Stimmt irgendwie. Andererseits war erwähnter Zivi-Kollege Gas-Wasser-Scheiße-Monteur. Da baut man vielleicht langlebigere Konstrukte. Dafür sind die Arbeitsbedingungen aber mitunter eher..miefig. Und der Gerüstbauer arbeitet immerhin an der frischen Luft.
Da ich ja jetzt sowieso schon wach bin und nach drei Kaffee wie ein Kokszäpfchen abgehe, werde ich nun den verbleibenden Samstag nutzen, um mich auf mein Kuppelzug-Abenteuer vorzubereiten. Shopping. Brauche noch einen neuen Leopardentanga. Und ein Brusthaartupet. Man will ja auffallen…
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