Ich hatte ja bereits letzte Woche meine Gedanken zur Schweinegrippe niedergeschrieben und durchblicken lassen, dass ich einer Impfung nicht abgeneigt wäre.
Heute wurde mir dann ein Foto von unfassbarem Schrecken zugemailt. Es zeigt den ersten Schweinegrippe-Infizierten in Deutschland:

Erste Schweinegrippe-Opfer zeigen gefährliche Mutation
Najut. Spaß beiseite. Das Bild ist alt. Ich weiß. Und natürlich ist das auch kein Schweinegrippe-Opfer. Das ist natürlich das Lieblingsschwein von Claus Clausen – dem freundlichen Landwirt aus “Bauer sucht Frau”.
Meine Panik rührte vielmehr daher, das offensichtlich inzwischen sogar mein engster Bekanntenkreis geschlossen einer Impfung zugestimmt hat. Denn Hannoveraner Bordellbesitzer lassen ihre Damen impfen. “No Grippe – All Immun” prangt an den Türen. Und ich frag mich seit Tagen, was das zu bedeuten hat. Muss ich wohl ne Latte vor’m Kopp gehabt haben. Ab sofort heißt es nach der Arbeit also nicht mehr nur “Nie ohne Schutz am Schniedelwutz!” sondern auch “Geh nur immun ran an Gudrun!”. Sowas sollte einem zu denken geben. Schließlich geht es nur in wenigen Gewerben so hygienisch zu, wie im horizontalen. Da kann sich so mancher Metzger und Käsebrotschmierer ein Scheibchen abschneiden.
Wie angekündigt, habe ich mich nun vergangenes Wochenende nochmal mit dem Herrenarzt meines Vertrauens zusammengesetzt und das für und wider einer Schweinegrippeimpfung abgeklatscht. Meine Sorge war ja nicht primär, dass ich nach der Erkrankung schlagartig tot umfalle, sondern vielmehr, dass ich nicht gern mehrere Tage mit Klopper-Kopfschmerzen im Bett liegen will. Ich mag’s nämlich gern gesund. Krank, so ein Gesundheits-Fetisch, ich weiß.
Schon vor Beginn meines Beratungsgesprächs wurde mir ein sicheres Gefühl vermittelt: Die Arzthelferin erzählte mir, dass sie und der Onkel Doc vor wenigen Tagen geimpft worden wären – ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Ein wenig rot wäre bei ihr die Einstichstelle gewesen. Aber nix schlimmes. Ähnliches berichtete mir dann auch der Fachmann. Nebenwirkungen? Nicht mehr, als bei anderen Impfungen auch. Es ist eine gängige Nebenwirkung, dass nach der Impfung eine leichte Rötung der Haut auftritt. Oder dass man nen halben Tag Kopfschmerzen oder Übelkeit verspürt. Oder stirbt.
Okay. Letzteres nicht. Natürlich habe ich ihn auch auf die Berichte in den Medien angesprochen – erst kürzlich ist ja jemand wenige Stunden nach der Impfung gestorben. Die Antwort vom Doc (frei zitiert): “Jeden Tag stehen Menschen auf und gehen auf die Toilette. Die meisten gehen danach zur Arbeit. Einige bleiben Zuhause. Und einige sterben. Und über die berichtet niemand.”. Ich kenne jetzt die Statistiken nicht exakt. Aber ich denke, es ist wahrscheinlicher, von einem griechischen Dönerspieß freitags rückwärts um halb acht mit einer Zwiebel erschlagen zu werden, als an einer Schweinegrippeimpfung zu sterben.
Als Ergebnis nahm ich also aus dem Gespräch mit, dass ich mich bedenkenlos impfen lassen kann, wenn ich möchte. Wäre dieses Problem schonmal geklärt. Natürlich habe ich mich sofort im Internet informiert, wie das denn in Niedersachsen gehandhabt wird. Ergebnis: Hier impfen die Hausärzte. Eine Liste gibt’s online bei der Kassenärztlichen Vereinigung. Leider ist nicht alles so bequem und einfach wie diese Arztsuche. Theoretisch müsste ich jetzt nämlich jeden Arzt in Hannover anrufen, nach der Verfügbarkeit des Impfstoffes fragen und mich wahrscheinlich in eine ellenlange Warteliste eintragen lassen. Das nervt. Denn ich hasse Listen. Vor allem die, auf denen ich ganz am Ende stehe. An liebsten würde ich die Spritze online bestellen, am nächsten Tag auf die Arbeit geliefert bekommen und mir in der Kantine vor dem Dessert in den Oberarm knallen. Leider habe ich bisher keinen Shop gefunden, der mir dieses Verfahren anbietet. Darum bleibe ich erstmal faul. Und warte ab, ob mir mein Arbeitgeber nicht doch noch im Laufe des Jahres die Immunisierung über den Werksarzt anbietet.
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