Sex mit Möbelstücken – was sagen Sie dazu?

Zunächst ein wenig Musik.

Das ist der Klingelton meines Handyweckers, der mich jeden Morgen aus dem Land der Träume reißt. Geht einem nach zwei Wochen ganz schön auf den Keks! So sehr, dass man lieber aufsteht, als sich den Mist länger als fünf Sekunden anzuhören.

So auch gestern. Gestern war Freitag. Und Freitag ist mir das Aufstehen besonders schwer gefallen. Denn Donnerstagabend war Partey. Mein Arbeitgeber hat für alle Praktikanten einen Get-Together-Abend veranstaltet, auf dem sich Praktikanten aller Abteilungen mal ein wenig näher kommen sollten. So ein Angebot lasse ich mir natürlich nicht entgehen – schließlich bin ich ja nicht hierher gezogen, um ein halbes Jahr lang allein zuhause auf der Couch zu sitzen. Ich will ja auch mal n paar neue Nasen kennenlernen, nä!

Gesagt, getan – im ersten Teil des Abends Klönschnack mit nem Bayern gehalten, der hier in “Norddeutschland” (eigentlich ist Hannover für mich schon nicht mehr wirklich norddeutsch) den totalen Kulturschock erlebte.. Das allerdings vorwiegend, weil er vom kleinsten Kuhdorf der Welt kommt und sich in der großen Stadt dann doch ein wenig überfordert vorkommt. Nach zwei interessanten Vorträgen wurde dann endlich der gemütliche Teil des Abends eingeleitet – ab in die Kneipe! My second home!

Und da begann der Abend dann abzurutschen… Von drei Hannoveranern an die Hand genommen wurden mir auf dem Weg zur Kneipe die schönsten Ecken der Bahnhofsvorstadt gezeigt. Und wie es Bahnhofsgegenden so an sich haben, versammeln sich dort

  1. das beste Klientel aus den Baumkronen der sozialen Schichten
  2. die exklusivsten Geschäfte mit Waren und Dienstleistungen für den anspruchsvollen Kunden

Zu 1.: Auf dem Weg durch den Bahnhof kamen wir an einer verlassenen Ladenzeile vorbei, an der die Worte “Die Entwicklung geht weiter!” prangerten. Ganz klar ein Aufruf für Forschung & Entwicklung. ‘Da wird Geschichte geschrieben!’ muss man meinen. Vor den Schaufenstern lag ein zotteliger Kerl im Schlafsack mit einer Weinflasche – ganz offensichtlich ein arbeitswütiger Diplom-Ingenieur, der sich auch nach Feierabend nicht von seinem Arbeitsplatz trennen kann und in freudiger Erwartung des nächsten Arbeitstages die Nacht in direkter Nähe seiner Arbeitsstätte verbringt.

Zu 2.: 100 Meter weiter hatten wir dann das Glück, den “Local Fist-Shop” zu entdecken. Ein Wissen von unschätzbarem Wert – schließlich eröffnen sich mit einer dritten Faust ungeahnte Möglichkeiten! Nie wieder bei Schere-Stein-Papier verlieren! Den Laden werde ich zu seinen Öffnungszeiten nochmal besuchen. Das scheint mir was Bodenständiges zu sein.

Darauf folgend ging’s dann wieder an die Erdoberfläche, in der mich meine Touri-Guides direkt in Richtung Rotlichtmeile führten. Wobei “Rotlichtmeile” etwas übertrieben ist. Sie ist weder rot, noch eine Meile lang. Sie ist eher blau-rosa und 75 Meter lang. Verarschung in doppelter Hinsicht also. Was aber nett war: hinter jedem Fenster stand eine Frau. Zunächst dachte ich: “Die machen’s richtig! Putzen die Fenster nachts, wenn’s keinen stört!”. Doch die Arbeitskleidung dieser Putzkolonne hätte mich stutzig werden lassen müssen. Die war nämlich praktisch nicht vorhanden.

Für mich als keuschen, bibelfesten Atheisten war es natürlich nicht natürlich das erste mal, dass ich so etwas gesehen habe. Als echte Kerle haben wir uns selbstverständlich nicht anmerken lassen, dass einige der Damen schon recht nett aussahen. Denn was den Mensch vom Rind unterscheidet: Der Mensch hat seinen Torbogenreflex unter Kontrolle. Zumindest im nüchternen Zustand. Die Mädels hinter den Schaufenstern aber anscheinend nicht – die riefen uns irgendwelche kauderwelschen Wortfetzen hinterher. Irgendwas von “Willste mal?” oder “Hey, hübscher!”. Also Mädels… ich find’s ja klasse, von ner Frau angesprochen zu werden. Aber doch nicht so. Auf solch einer Grundlage eine Beziehung aufbauen zu wollen wird echt schwierig. Darauf lasse ich mich nicht ein! Also ging’s weiter.

In der Kneipe angekommen, habe ich mich zusammen mit nem Praktikantenkollegen zielsicher und wie’s sich für nen Ingenieur gehört, ins Aus buchsiert. Plätze ganz hinten in der letzten Ecke am Tisch – Kommunikationssteilvorlage as its best! Wir hatten uns schon fast damit abgefunden, den Abend mit einem zweisamen Bierwetttrinken zu verbringen, da schlüpfte das Glück in Form einer holden Blondine mit ihrer chinesischen Praktikantenfreundin aus dem Ei und setzte sich auf die Plätze uns gegenüber. Und wie das so ist: Haste eine, haste alle. Hochwissenschaftliche Studien haben ergeben, dass ein Mann, der Zugriff auf die sozialen Kompetenzen einer Frau besitzt, sein Netzwerk in Weibchen-Richtung exponentiell erweitern kann. So i did! Die hinterletzte Ecke des Tisches entpuppte sich zum Schluss als Partyzone, die alle Sekttrinker überlebte und am Ende sanft hinausgebeten werden musste. Ein Saufsieg auf ganzer Linie!

Meine Favorite neue Bekanntschaft of the evening: Ein Mädel, dass in einer Produktionsfirma jobbt, die Image-Filme dreht. Und Pornos. Oder besser: bevorzugt Pornos. Und bisher noch keinen einzigen Image-Film. Ein Erlebnis! Ich werde mich demnächst mal zu nem Filmdreh einladen. Vorerst aber nur hinter der Kamera. Wobei mein versoffenes Hirn mir sagt, dass ich mich an dem Abend bereits frewillig als Darsteller gemeldet habe… Na mal abwarten, was ich da die nächsten Wochen für Angebote bekomme. Ich denke, ich kam überzeugend und ansprechend rüber.

Auf dem Rückweg haben wir es dann leider verpennt, wieder einen Schlenker durch die Rotlichtmeile zu machen – ich hätte zu gern gesehen, ob sich die Mädels in den Fenstern aus Ermangelung junger Schönlinge an ihren Stühlen zu schaffen gemacht haben. Die sahen nämlich ganz schön durchgelutscht aus. Als ob die schon öfters an einsamen Abenden hätten dran glauben müssen…

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2 Kommentare
Veröffentlicht in Gedöns am 31. Oktober 2009 um 09:35 Uhr

2 Kommentare zu „Sex mit Möbelstücken – was sagen Sie dazu?“

  1. ExilKieler sagt:

    Wenn Du zum Vorstellungsgespräch gehst, Biberkostüm nicht vergessen! [Insider] ;-)

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  2. till sagt:

    Lach.. ja, werde mir den Biber vorher ausleihen. Man muss ja aus der Masse herausstechen ^^

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