Ein tödlicher Hausmeister und zimtiges Toilettenpapier

Es ist Oktober! Schon gewusst?

Es soll ja Menschen geben, die kein Zeitgefühl haben. Dieses Wochenende gehörte ich auch mal dazu. Diese Geschichte mit der Zeitumstellung (die ich ehrlich gesagt dieses Jahr erst so richtig verstanden habe) habe ich mal total verpasst. Das einzige, was mich etwas stutzig gemacht hat, war, dass ich am Sonntagmorgen um 1:45 Uhr ein Foto geschossen habe, bei dem es gefühlt erst kurz nach Zwölf war:


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Gefühlt kurz nach Zwölf. Kurz nach dem zwölften Bier..

Ich bin ja nun garnicht der Mensch, der sich verkleidet. Ich habe zwar manchmal auch in meiner Freizeit ne Maske auf und spiele ab und zu den Klassenclown, aber zu Halloween und Fasching überkommt mich immer eine akute Unkreativität, die gepaart mit notorischer Sparstrumpf-Leere dann zu den dollsten Kostümen führt. Vergangenes Wochenende war es wieder soweit: Halloween-Party in der Heimat!! Die ganze Woche habe ich mich gedrückt, mir ein Kostüm zu besorgen..ein kurzer (erfolgloser) Besuch im 1-Euro-Shop, mehr war nicht drin. Mit Scream-Maske und Dracula-Umhang wollte ich da nun wirklich nicht aufschlagen. Also am Samstag nach dem Laufen noch fix in die Hannoveraner Innenstadt gejettet und sämtliche Kaufhäuser und Gammel-Läden abgeklappert. Und wie zu erwarten war: Ich habe nichts gefunden. Entweder zu teuer, zu doof oder zu klein. Man sollte denken, dass Fasching nur was für kleine Kinder ist..zumindest scheinen das die Kaufhaus-Bosse so zu sehen. Eine Kleinkind-Frankenstein-Maske würde zwar in der Tat an mir gruselig aussehen – das aber aus vollkommen unerwünschten Gründen.

Also habe ich das getan, was auch ein Profi in so einer Situation getan hätte: Ich prokrastinierte. In Vollendung. Zuhause in Bremen angekommen habe ich dann meine Motivation verdoppelt und mich direkt auf die Couch gepackt. Eine halbe Stunde vor Party-Beginn wurde es dann ernst – ein Kostüm musste her, sonst gibt’s Probleme. Kaufen konnte ich vergessen. Also wurde das Haus nach geeigneten Gegenständen durchforstet.

Im Bastelkeller meines Vatis wurde ich dann mehr als nur fündig: Ein dreckiger, grauer Kittel, eine Kette mit klimperndem Schlüsselbund, dazu eine alte Schweißerbrille und ein 42er-Maulschlüssel – und fertig war das Kostüm: Der mordende Hausmeister! Unter dem Mantel dann noch ein männliches Unterhemd und auf dem Kopf wuschelige Haare.. ich sah zwar scheiße aus, das aber dafür richtig!

Die Party war dann ein Hit..den Preis des besten Kostüms habe ich zwar nicht bekommen (den hat ein zwei Meter großer Esel gewonnen), aber Spaß hat’s trotzdem gemacht. Was auffällig war: Frauen pressen sich zu Halloween nicht nur gern in Korsetts, sondern auch in Klischees. Umringt von gefühlten 36 Hexen habe ich nur einen einzigen Engel entdecken können. Und enttäuschenderweise nicht eine Krankenschwester. Wegen der zu knappen Shorts, habe ich mir (von den Frauen) sagen lassen. Dabei hätte es die meisten Blicke auf sich gezogen, habe ich mir (von den Männern) sagen lassen.

Nachdem Halloween für mich nun erfolgreich überstanden ist, rutscht das Jahr langsam aber sicher in die nächste Jahreszeit: Weihnachten. Unverkennbar und unverpassbar – in den Läden wuchern die Christbaumkugeln und unser Toilettenpapier duftet nach Zimt. Ja, ZIMT!

Welcher kranke Produktmanager hat sich nur so nen Scheiß einfallen lassen…? Und noch viel schlimmer: Wer braucht sowas..? (..und bevor ihr fragt: nein, ich habe dieses Toilettenpapier nicht gekauft).

Einige Wildwüchse des menschlichen Verstandes werden mir für immer unerschlossen bleiben…

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Veröffentlicht in Gedöns am 26. Oktober 2009 um 21:03 Uhr

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