Traumfrau an der Supermarktkasse. Und dann?

Man soll ja dann bloggen, wenn einem was einfällt. Sag ich jetzt mal so. Wenn einem nichts einfällt, ist es aus meiner Sicht eher sinnbefreit und bringt niemanden so wirklich weiter.

Folgendes ist mir vor wenigen Minuten passiert und hat mich seitdem für mindestens 10 Minuten beschäftigt: Fröhlich bepackt mit zwei Packungen Waschpulver, einer Milch und einer Tüte Kaffeepads stehe ich in der NETTO-Kassenschlange, die heute gefühlte 400 Meter lang war. Kein Wunder, denn Herr Netto hatte vor einigen Wochen Frau Plus geheiratet und deshalb sind beide nun zusammengezogen. Zur Feier des Tages hat Frau Netto-Plus dann dem Herrn Netto mal die Spendierhosen rausgelegt und damit jedem Kunden 10% Rabatt beschert. Sehr freundlich! Leider muffte es in dem Laden ziemlich streng. Ich hoffe, dass Frau Netto-Plus da mit dem Putzen hinterherkommt.

Zurück zum Thema. In der Schlange stand hinter mir eine nervige Mutter mit noch nervigerem HipHopper-Sohnemann, die sich konsequent über jeden Kunden aufgeregt haben, der es auch nur ansatzweise wagte, seine Ware an der Kasse zu bezahlen: Die EC-Karten-Zahler waren sowieso ein abgrundtief verhasstes Volk – und jeder Barzahler, der auf die Idee kam, sein Kleingeldfach auch nur anzusehen, wurde direkt als elendes Lahmarsch-Hindernis ausgebuht.

Zum Glück stand aber zwei Kunden vor mir ein Mädel, das meine Blicke auf sich zog: Es gab da in meiner nicht gerade traurigen Vergangenheit mal ein Mädchen, das nicht nur klug, witzig, freundlich und charmant war, nein, sie sah auch noch gut aus und hatte nen Knacks im Hirn. Alles super Eigenschaften, die man selten in einer Person vereint findet. Bis auf die letzte. Die findet man oft, die ist dann aber nicht super. Das war auch der Grund, warum die Geschichte dann irgendwann beendet werden musste.

Auf jeden Fall ist mir dabei etwas aufgefallen, was ich immer wieder beobachte, wenn ich so durch die Gegend gehe und mir die Leute anschaue: Einige Typen von Mensch trifft man immer wieder. Sei es der rothaarige, weißgesichtige Pickelkerl, der einen in der Grundschule genervt hat…oder der kurzhaarige Brillenträger mit leichten Segelohren, der einem schon beim Anblick förmlich das Ohr abkaut… oder den gerstenschlanken Fussballer, den man immer gehasst hat, weil ihm in der Mittelstufe beim Auftritt seiner Band regelmäßig die Binden auf die Bühne geworfen wurden. Oder der kleine Dicke. Der einfach nur klein und dick war.

So auch bei ihr. Von hinten 1:1 die selbe Person wie das Mädel vor einigen Jahren. Nicht nur äußerlich, sondern auch vom Verhalten (nicht jede wünscht der Asi-Fett-Kassiererin die selbst das Maul kaum aufbekommt einen “schönen Tag noch” und guckt sich in der ewig langen Schlange noch fix die Lebkuchen im Mittelgang an). Kurz: Top Ding. Würd man gern mal näher unter die Lupe nehmen und kennen lernen – einfach nur, um zu sehen, ob sich die Erwartungen (gleicher Typ, gleiches Verhalten = gleicher Charakter, gleicher Hirn-Fehler?) erfüllen.

Womit wir bei meinem Problem angekommen wären: Wie spricht man so jemanden an? Ich bin wahrlich kein Kind von Traurigkeit und ganz sicher auch nicht auf den Mund gefallen..aber um Himmelswillen, man spricht doch wildfremde Menschen nicht von hinten an der Supermarktkasse an!? “Ey, du! Meinst, der Lebkuchen schmeckt? Willst heut Abend zusammen mit mir einen probieren?” (Macho-Version) oder “Entschuldigung. Aber..kenn ich Dich nicht irgendwoher? Nein? Achso. Dann Entschuldigung.” (Nerd-Version) kommen doch ganz sicher mehr als nur dämlich rüber..

Da mir nichts eingefallen ist, habe ich sie einfach mal von dannen ziehen lassen…in der Hoffnung, sie (oder eine äquivalente andere) irgendwann wieder zu sehen. Ich werde auf jeden Fall jetzt häufiger in diesem Supermarkt einkaufen gehen. Und bei Rewe, Marktkauf, Edeka, Aldi, Lidl, Penny und allen anderen natürlich auch.

Zum Glück gibt es ja noch genug andere tolle Frauen-Typen, die man auf der Welt so treffen kann..morgen früh in der U-Bahn werde ich Ausschau halten.

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8 Kommentare
Veröffentlicht in Mädels am 20. Oktober 2009 um 18:03 Uhr

8 Kommentare zu „Traumfrau an der Supermarktkasse. Und dann?“

  1. derroman sagt:

    hätteste sie mal angesprochen. jede wette, du bereust es!
    ansonsten: schicker text, der mich hier in der supermarktschlange – ehrlich, das war jetzt zufall – gut unterhalten hat.

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  2. ExilKieler sagt:

    Moin moin nach Norden

    ich bring’ mal virtuelles Brot und Salz zum Einzug in Dein neues Blog. Vieleversprechender Anfang, und vor allem habe ich mich beim Thema mit den Menschentypen spontan wiedererkannt. Jetzt bin ich beruhigt, dass es nicht nur mir so zu gehen scheint.
    Viel Spaß beim Bloggen!
    Grüße,
    Stefan

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  3. AnnaGrassi sagt:

    aber sich über MICH beschweren, dass ich so viel schreibe :D
    doch, aber sehr schön, liest sich gut und thema definitely interesting!
    mensch, hab ich dir nicht gelehrt, wie es funktioniert? stichwort: serviette. das tutorial dazu liegt bei meinem vorredner auf posterous^^
    ABER ich habe dir auch gelehrt, dass solch menschen, denen man die nummer hinterlässt, meist nicht mit sonderlich viel hirn gesegnet sind. aber auf einen versuch kommt es immer an :)

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  4. till sagt:

    Problem ist nur: Ich grabsch doch nicht ner wildfremden Frau in der Supermarktkassenschlange an den Po, um ihr nen Zettel in die Tasche zu schieben. In gewissen Lokalitäten mag das ja klappen – aber in der Schlange kann man sich nicht mal eben fix vom Acker machen und verschwinden. Da muss man die peinliche Situation minutenlang aussitzen.. ;)
    Trotzdem werde ich mir demnächst mal Visitenkarten drucken lassen, glaub ich..

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  5. Ruediger sagt:

    Möööönsch, grüß Dich und willkommen im Bloggerland!!!

    Wo war die Filiale noch gleich??? Ich geh komischerweise immer in die mit den alten Alkis, die ihren Biervorrat aufstocken, den Omis, die mich immer vorlassen (Verrät mich die Aufbackbrötchentüte und der Fleischsalat? Seh ich nun so bemitleidenswert oder so wichtig/beschäftigt aus???) und den türkischen Müttern, die immer gleich zwei Wagen voll aufs Band abladen…

    Da lob ich mir meinen bislang einzigen Sonntags-Aldi-Besuch in Laboe, wo die Werbeagenturcheffinnen in ihren Cayennes anrauschen, um ihrem Schatzi zu Hause noch nen Paar Eier für den 12.00-Brunch zu holen…

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  6. till sagt:

    Na wenn die Schatzis Sonntag-Mittags selbst noch keine Eier haben, müssen die halt die Mädels besorgen… ;)

    Die Filiale ist hier in Hannover-Südstadt. Bisher noch 100% Alki-freie-Zone. Wird sich aber bestimmt auch bald ändern. Bis es soweit ist heißt es aber noch: Hingehen, Traumfrau suchen ;D

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  7. Thomas sagt:

    Ach wie schön, dass ich in meinem Netto nie anstehen muss und er noch immer Plus heißt ;)
    Umso schöner sind da die Rentner, die einen anpissen, wenn man mit seinem Einkaufswagen ihnen entgegen kommt und sie einem keinen Platz machen wollen.

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