Im Winter bin ich Schwarzfahrer. Fast durchgängig. Zumindest an allen Tagen mit Temperaturen unter 10°C. Denn an denen trage ich meine schwarze Winterjacke. Und ich wurde noch nie dabei erwischt. Verrückt, ich weiß. Der Schwarzfahrer-Schutzengel Don Luigi Controletti muss mir gnädig gesonnen sein.
Doch an manchen Tagen fahre ich auch richtig schwarz. Pechschwarz. Ohne Ticket. So, wie man sich das von einem gesetzeslosen Systemgegner wünscht. So einer bin ich zwar nicht, aber trotzdem muss auch ich mal auf ein Ticket verzichten. So wie vergangene Woche.
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Gedöns am 6. Februar 2010 um 18:13 Uhr
Aus der Reihe “Abende, bei denen das Ende von Beginn an nicht absehbar war”.

Toxic. Vor allem die Knicklichter.
Mein Praktikumsplatzgeber ist ja vorbildlich, was die Betreuung der billigen Arbeitskräfte angeht. Nicht nur, dass wir vergünstigt in der 5-Sterne-Kantine an die königlichsten Speisen aus Dosengemüse und TK-Pangasius herankommen, nein, allmonatlich wird auch ein Stammtisch für die Mindestlohnempfänger organisiert, der betreutes Trinken unter Aufsicht ermöglicht. Auf eigene Kosten. Also..des Praktikanten eigene Kosten. Wer viel trinkt, zahlt auch viel. Wer klug trinkt, zahlt wenig, trinkt aber viel. Also genau das richtige für angehende Diplom-Biervernichter, Bachelor Cocktailtrinker und sogar vereinzelte Magister Schnapstrinker.
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Feierei,
Gedöns am 2. Februar 2010 um 07:40 Uhr
Einkaufen. Der Schwiegermutterbesuch unter den Lieblingstätigkeiten eines selbstversorgenden Mannes. Nicht, dass man dabei nicht auch Spaß haben könnte. Aber der hält sich nunmal meist eher in Grenzen. Samstagvormittags zwischen kreischenden Kindern in Bergen von vergammelten Bananen nach einer letzten brauchbaren Frucht zu wühlen ist eben nicht jedermanns Sache.
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Gedöns am 31. Januar 2010 um 19:14 Uhr
Eine wissenschaftliche Studie der MacGyver-Universtität in Phoenix hat herausgefunden, dass sich die Motivation von 90% aller Angestellten zu Beginn der Woche auf einem historischen Tief befindet, um dann im Laufe der Woche anzusteigen und am Freitag erneut abzuflachen. Man nennt das auch die “Hupenfels’sche Brustkurve”.

Motivationskurve eines durchschnittlichen deutschen Angestellten
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Gedöns am 25. Januar 2010 um 19:03 Uhr
Es ist Wochenende. Woran man das erkennt? Im Fernsehen kam gerade Werbung für irgendein Lied von “Giovanni feat. Ross Antony”. Um kurz nach fünf. Das ist in etwa so anspruchsvoll und mehrwertig wie “Sauna-Aufguss mit alten Fischköpfen feat. eine Rose in den Hals schieben”. Für sowas wirbt man normalerweise nur vormittags – der Kauf solch pädagogisch wertvoller CDs wird schließlich nur vom Arbeitsamt subventioniert. Um der Vereinsamung der eingekerkerten Sofabiertrinker zuvor zu kommen.
Also muss Wochenende sein. Die Zeit, zu der der gemeine Pöbel ausnahmsweise auch nachmittags noch wach ist und sich die Hucke vollsäuft, da abends ja endlich mal mit mehr als nur drei verlausten Freunden feiern gegangen werden kann.
Der ehrenvolle, ehrliche, geehelichte Arbeitnehmer verbringt das Wochenende da natürlich eleganter als die Turbo-Primitivlinge von der Couch. Mit Wein statt Bier. Und der Kopie eines kubanischen Sonnenuntergangs an der Wand, statt einem Hulk Hogan-Poster von 1982.
Den Wein hab ich schon mal. Den Kunstdruck muss ich dann morgen noch bei Ikea besorgen…
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Gedöns,
Kurz notiert am 22. Januar 2010 um 19:42 Uhr
Als Praktikant fühlt man sich ja manchmal dann doch schon wie ein fertiger Ingenieur. Man erhält schließlich eigene Arbeitsaufträge, die man selbstständig und in Eigenregie bearbeiten darf, um sie dann im Anschluss an die Fertigstellung entweder kugelförmig Richtung Papierkorb zu befördern oder im Archiv bis zum jüngsten Gericht zu lagern und anschließend zu vergessen.
Wenn man sich dann eh schon als vollwertige Arbeitskraft sieht, kann man sich ja auch mal wie eine vollwertige Arbeitskraft benehmen – und nach Feierabend das Tageswerk mit einem ordentlichen Bierchen begießen. Wahlweise als Belohnung für die geschaffte Arbeit, oder um die eigene Unproduktivität zu vergessen.
So geschehen Dienstag. Man lebt ja nur siebenmal. Also muss auch die Zeit unter der Woche genutzt werden.
In Hannover gibt es da eine Kneipe, die über die Mauer hinweg bekannt zu sein scheint: Das Plümecke.
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Feierei,
Kurz notiert am 22. Januar 2010 um 08:07 Uhr
Sonntagnachmittag. Einer dieser Sonntagnachmittage, die man getrost aus den Geschichtsbüchern streichen kann. So, wie man den Samstagabend zuvor bereits erfolgreich aus dem Gedächtnis gestrichen hat. Mit ner Flasche Wein. Man(n) muss auch mal dekadent trinken. Immer nur Bier ist ja langweilig und macht dick. Dann schon lieber dem Herzrhythmus auf die Sprünge helfen und die hämodynamischen Effekte nutzen: Ein Glas Wein entspannt bekanntlich das Herz. Nur wie groß das Glas sein soll, hat niemand gesagt.
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Feierei,
Gedöns am 17. Januar 2010 um 18:31 Uhr
Jeder kennt das: man läuft fröhlich nach dem Mittagessen am Arbeitsplatz umher…denkt nichts böses…und plötzlich liegt dort eine schlafende, fünfköpfige, feuerspeiende Kuhkassenschlange. Mir nichts, dir nichts hat man sie in der Hand und will sich nur flugs mit ihr in der Teeküche die Nasenhaare schneiden – da entfacht das Monster einen lodernden Brand an einem alten Kaffeefilter, der sich nur durch den Einsatz immenser Mengen von innovativem, neuestem Löschmittel unter Kontrolle bringen lässt: Wasser. Ein bis zwei Glas voll.
Solche Pannen passieren. Jeden Tag in deutschen Büros und Werkstätten. Wer hat noch nicht vom gemeinen Druckluftdarm gehört?
Ja, richtig! Damit ist nicht etwa das Resultat der Kohlfahrt vom Vortag gemeint, sondern in der Tat das, wonach es klingt.
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Gedöns,
Kurz notiert am 13. Januar 2010 um 19:27 Uhr
Im Bremer Raum gibt es ja eine furchtbar schöne Tradition, die außerhalb dieser Region leider überhaupt nicht bekannt zu sein scheint: Die Kohl- und Pinkel-Fahrt. Dabei hat das “Pinkel” nicht primär etwas mit Wasserlassen zu tun (ein wenig schon, aber dazu später mehr), sondern die Pinkel ist eine “Grützwurst” (so nennt Wikipedia das zumindest), die nicht nur äußerst lecker aussieht, sondern auch so schmeckt.

Pinkel. Zum Fressen schön.
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Feierei,
Gedöns am 10. Januar 2010 um 21:04 Uhr
5:50 Uhr Der Wecker klingelt. Vollkommen sinnlos, da ich in der Nacht eh gefühlt keine Sekunde geschlafen habe. Trotz Sport und engagierter Biervernichtung am Vorabend. Aber das kann der Wecker ja nicht wissen.
5:55 Uhr Nach einmaligem Snooze erblicke ich das Elend des Tages durch Augen von der Qualität eines EC-Karten-Schlitzes und verlasse das Bett.
6:10 Uhr Nach anfänglichen Überlegungen entscheide ich nach der Waschung, die Rasur auf morgen zu verschieben. In einem Büro voller Kerle kann eine zusätzliche Demonstration von übermäßiger Testosteronproduktion nur förderlich sein.
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Gedöns,
Kurz notiert am 8. Januar 2010 um 08:31 Uhr